RSS | Kontakt | Impressum | Suche
HomeUnescoPauschalenAusflugszieleGastgeberService

Geschichte Erleben - der Limes im Ostalbkreis

Der Ostalbkreis hat eine beeindruckende römische Vergangenheit, die sich an vielen Originalschauplätzen besichtigen läßt. Tauchen Sie ein in die spannende Geschichte der Römer am obergermanisch-raetischen Limes und erleben Sie Geschichte hautnah.
Seit dem Jahr 15 v. Chr. gehörte das Alpenvorland zum Römischen Weltreich. Die Reichsgrenzen gegenüber dem freien Germanien wurden zunächst von Rhein und Donau gebildet, die aufgrund ihrer Breite ideale natürliche Grenzen waren.
Doch angesichts der schlechten Verkehrsverbindung zwischen den beiden römischen Provinzen Obergermanien und Rätien - wer z.B. von Mainz nach Augsburg reisen wollte, musste einen riesigen Umweg entlang der beiden Flüsse über Basel auf sich nehmen - gab Rom spätestens im Jahr 74 n. Chr. die Flussgrenzen auf und rückte noch ein Stück in Richtung freies Germanien vor. Die Ostalb wurde schließlich zwischen 83-85 n. Chr. erobert.

In den darauffolgenden Jahren existierte noch keine geschlossene Grenzlinie. Vielmehr beschränkten sich die Römer darauf, nach dem Prinzip der Raumdeckung die wichtigen Verkehrswege zu kontrollieren, wie z.B. die Albaufstiege bei Oberdorf, Lauchheim und Essingen. Für die Soldaten wurden befestigte Kasernen, die Kastelle, errichtet. So entstanden u.a. die Kastelle Oberdorf und Lauchheim und das Kastell auf den Weiherwiesen bei Essingen.

Erst kurz vor Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. begannen die Römer mit dem Bau einer durchgehenden Grenzsicherung. Der rätische Limes des Ostalbkreises bestand zunächst aus einem Zaun aus Flechtwerk und hölzernen Wachtürmen. Um die Mitte des 2. Jahrhunderts wurde der Zaun durch eine Palisade aus gespaltenen, bis zu 60 cm dicken Eichenstämmen ersetzt. Die Kastelle Böbingen, Schwäbisch Gmünd-Schirenhof und Lorch wurden zur Bewachung des Limes alle um 150 n. Chr. oder etwas später gebaut. Das ehemals größte Reiterkastell nördlich der Alpen in Aalen wurde 164 n. Chr. vollendet. Das westliche Teilstück des Limes im Ostalbkreis entstand vermutlich erst in den 170er Jahren n. Chr., und dann wahrscheinlich gleich als steinerne Mauer. Spätestens seit dieser Zeit war der Limes eine durchgehende Grenze. Am Ende seiner letzten Bauphase bestand der rätische Limes aus einer ca. 3 m hohen, 1,20 bis 1,30 m dicken und 168 km langen Steinmauer und etwa 290 steinernen Wachtürmen. Diese Dimensionen konnten sich unsere Vorfahren nicht anders erklären und bezeichneten den Rätischen Limes daher als Teufelsmauer.

Schließlich wurden auf dem Gebiet des heutigen Ostalbkreises insgesamt 59 km Reichsgrenze von etwa 3.300 in zahlreichen Kastellen lagernden Soldaten bewacht. Zu jedem dieser Kastelle gehörte auch ein Badegebäude. Da zusätzlich noch mindestens doppelt so viele Zivilpersonen hier lebten, entstanden etliche Lagerdörfer (Vici) und Gutshöfe (Villae rusticae).

Aufgrund des Sieges der Römer gegen die Germanen entstand das Limestor bei Dalkingen an jener Stelle, an der Kaiser Caracalla sehr wahrscheinlich zuvor am 11. August des Jahres 213 n. Chr. mit seinen Truppen den Limes überschritten hatte.

20 Jahre nach dem Sieg Caracallas begannen im Jahr 233 n. Chr. neue Stürme auf den Limes, die auch zur Zerstörung des Dalkinger Ehrentores führten. Nach den Germanenstürmen 259/260 n. Chr. zogen sich die Römer wieder von der Ostalb zurück und verlegten die Reichsgrenze erneut auf die Donau.
Ansprechpartner/in
Heidrun Heckmann
Stuttgarter Straße 41
73430 Aalen
Telefon: 07361 503-1315
Nachricht senden »